Umgezogen wurde in der Tiefgarage an der Post. Angesichts von vier Minusgraden Außentemperatur und leichtem Schneetreiben nicht der schlechteste Ort zum Umziehen. Aus der Garage ging es dann voll angerödelt zum Einstieg an der alten Poststelle. Über eine Treppe gelangten wir zum See, unseren Blinker versteckten wir auf 20 m Tiefe um uns den Rückweg zu erleichtern (fatal error). An einer überhängenden Steilwand ließen wir uns auf 37 m absacken. Es war ein tolles Erlebnis an einer so krassen Steilwand zu tauchen. Auf dem Rückweg sahen wir dann noch zwei Aale und einen Saibling. Den Blinker sammelten wir ein und dann auftauchen. Jetzt erwies sich die Deponierung des Blinkers auf dieser Tiefe als suboptimal, da wir ja für den morgigen Tag zwei Tieftauchgänge geplant hatten und die Rache der Tauchcomputer war gar fürchterlich.
Nach einem ausgiebigen Frühstück in der Pension Storchen ging es gegen 08:00 Uhr zu unserem Tauchboot, der "Concrete Lady" . Erst einmal das ganze Equipement an Bord bringen und los ging es.
Etwa eine Stunde brauchen wir für unseren ersten Tauchplatz an der Jura. Die Zeit während der Fahrt nutzten wir um unsere Ausrüstung zusammenzuschrauben und uns eine Tauchplatzbeschreibung geben zu lassen. Der Schiffsführer setze eine Grundleine. Diese lag nur etwa zwei Meter neben dem Wrack, eine Super Leistung da die Peilung durch Landmarken vorgenommen wurde. Fertig machen zum Tauchen. Oh Schreck, meine Kopfhaube war weg und ließ sich auch durch eine gründliche Suche nicht mehr zu Tage fördern. Benno lieh mir seine Spidermankopfhaube. Solltet ihr mich mal auf Bildern mit diesem Ding auf dem Kopf sehen, es war nur geliehen. 
Wir waren die vorletzte Tauchgruppe. Abstieg an der Ankerleine, am Grund kurze Verwirrung, wo ist das Wrack??? Der große Schatten, das muss es sein, Olaf
hinterher. Ganz ehrfürchtig berührte ich das Wrack, lebendig gewordene Geschichte auf dem Grund des Sees. Wir umtauchten und erkundeten das Wrack. Als mein Computer nach gefühlter viel zu kurzer Zeit die erste Dekostufe auf 6 m anzeigte gab ich Olaf ein Zeichen, dies war das Verabredete Zeichen zum Rückweg. An der Grundleine ging es wieder nach oben, achtzehn langweilige Minuten Dekostopp auf drei Metern. Jetzt rächte sich der tiefe Tauchgang vom Vorabend. Mein Tauchpartner blieb aber tapfer bei mir. Endlich ist der Tauchcomputer clean, wir kalt. Auftauchen, unsere Finger waren so kalt, dass wir Schwierigkeiten hatten die Flossen von den Füssen zu bekommen, aber der Tauchgang war es wert. 
Die Zeit während der Fahrt zum nächsten Tauchplatz, der Marienschlucht, nutzten wir für ein Mittagessen, es gab Leberkäse und Kartoffelsalat und zur Vorbereitung der Tauchausrüstung für den zweiten Tauchgang. Unsrer Finger wärmten wir uns zusätzlich noch an unzähligen Tassen Tee und Kaffe.
Auf zum zweiten Tauchgang an diesem Tag. Diesmal gingen wir als erste von Bord. Sammeln an der Oberfläche, abtauchen und genießen. Hier gab es so was von Steilwand, es war der Hammer, man könnte hier glatt zum Steilwandfetischisten werden.
Diesmal allerdings achteten wir peinlichst genau auf die Dekoanzeigen unserer Tauchcomputer, immer hart an der Nullzeit zogen wir in über dreißig Metern Tiefe entlang der Wand. Wenn man von oben über so eine Abbruchkante schaut und der Lampenschein in unergründliche Tiefen des Sees verschwindet, kommt man sich als Mensch relativ klein und verlassen vor angesichts der grandiosen Natur um einen herum. Hier muss man wirklich aufpassen nicht den Rufen der Tiefe zu erliegen, die einen herunterziehen möchte. Was ist das??? Eine Meerjungfrau??? Nein, nur Olaf, mein Tauchpartner. Nein, kein Tiefenrausch nur wieder kalt. Langsam gingen wir höher und tauchten im fünf Meter Bereich langsam aus. Luft war noch genügend vorhanden, aber die Kälte forderte ihren Tribut.
Zurück an Bord wurden wir mit einem heißen Glühwein begrüßt. Genau das was der durchgefrorene Taucher jetzt braucht. Der Service und die Betreuung an Bord waren wirklich gut. Für Leibliches Wohl und Sicherheit wurde immer gesorgt. Eine tolle Leistung der Mannschaft.
Zurück im Hafen wurde ausgeladen, Uli und Lukas blieben noch eine Nacht, der Rest fuhr noch am gleichen Tag zurück. Es war eine komfortable Pension, in der wir die Nacht verbringen durften, ein taucherorientiertes Schiff, von dem aus wir zu unseren Tauchgängen ins Wasser gingen, eine eine tolle Truppe an Bord und von Olaf eine klasse organisatorische Leistung.
So was muss ich unbedingt noch einmal machen, im mediterranen Klima des Bodensees.
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